Kiepenkerl. Foto: Kreis Borken.
Kiepenkerl

Die neue Dauerausstellung im kult
Themeninsel 3 - "Grenzverkehr"

Annette Menke│13.06.2016

Weiter geht heute der imaginäre Rundgang durch die Dauerausstellung des kult. Im dritten Themenbereich geht es um den Handel, um Wege und Transportmöglichkeiten. Ein Blick in die ferne Vergangenheit zeigt, dass auch unsere Region vom Fernhandel berührt wurde. Verschiedenartigste Funde weisen darauf hin, dass es sich bei unserem von Mooren begrenzten Gebiet nicht um eine „Sackgasse“, sondern um ein Durchgangsgebiet handelte. So wurden nur wenige „feine“ Waren im Westmünsterland an- oder verkauft. Gebrauchswaren und landwirtschaftliche Produkte verließen die Gegend, wenige Luxusartikel und Genusswaren wurden angeliefert. Große Handelshäuser oder Hersteller ließen sich nicht hier nieder.

Transportwege
Der Transport zu Wasser war mit Blick auf die Berkel nur für rund 120 Jahre möglich, ansonsten folgte man den Wasserläufen auf teils sandigen, teils schlammigen Fahrwegen. Die Hauptstraßen verliefen in Ost-West-Richtung und verbanden die Handels- und Hansestädte miteinander. Wichtige Partner jenseits der Grenze waren Zutphen und Deventer, die das Tor in die weite Welt bildeten: Von dort aus wurden die großen Seehäfen auf dem Wasserweg beliefert.

Transportmittel
Um die schwierige Schifffahrtsstraße Berkel befahren zu können, nutzte man ausgeklügelte Flachbodenschiffe, die Zompen. Auf ihnen wurde Sandstein und Leinen transportiert, aber auch manch andere Ware fand so ihren Weg in die Niederlande. Auf dem Rückweg, auf dem die Schiffe oft von Land aus gezogen wurden, brachte man zum Beispiel die berühmten Fliesen für den gehobenen Wohnkomfort mit. Auf den unbequem zu passierenden Straßen begegneten sich Händlerwagen mit Speziallieferungen oder einem guten Waren-Sortiment für die örtlichen Märkte. Mancher Plausch zwischen Kiepenkerlen machte aus einer Rastpause einen willkommenen Nachrichtenaustausch, während die Zughunde der wenigen kleinen Transportkarren ebenfalls verdiente Pausen einlegen konnten.

Heute
Gute Verkehrsanbindungen und die Möglichkeiten des digitalen Marktes haben die Wirtschaftsstruktur des Westmünsterlandes stark verändert. Heute finden sich zahlreiche mittelständische Unternehmen in der Region, die mit Nischenprodukten weltweiten Handel betreiben. ..

Doch soll ja noch lange nicht alles verraten werden, was das kult über den Grenzverkehr Unerwartetes zu berichten hat - und was es mit dem Blick auf den Berkelhafen auf sich haben mag.

Copyright 2014 - Kreis Borken