Visualisierung der Exponatenpräsentation Foto: Thöner von Wolffersdorff GbR
Ausstellungsplanung
Visualisierung der Medienstation zur Einführung ins Thema Foto: Thöner von Wolffersdorff GbR
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Einblicke ins „kult“ - Grenzland

Annette Menke│11.05.2016

Wo bin ich?


O, schaurig ist’s, übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Haiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt –
O, schaurig ist’s, übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!

(Der Knabe im Moor. Erste von sechs Strophen. Ballade veröffentlicht am 16. Februar 1842 im Morgenblatt für den gebildeten Leser Nr. 40)


So schildert Annette von Droste-Hülshoff eine Landschaft, die den Bewohnern des westlichen Münsterlandes und des angrenzenden Achterhoeks gut bekannt gewesen ist. Große Moorflächen, Heide und unfruchtbarer Sandboden prägten einst das Erscheinungsbild unserer Region. Das Moor selbst war dabei eine nur schwer zu überwindende natürliche Grenze.

Was war zu tun?

Mühsam war die Arbeit, diesen Mooren das dringend benötigte Brenn- und Baumaterial, den Torf abzuringen. Heute vermitteln nur wenige unter Naturschutz stehende Moorflächen einen Eindruck von den Schönheiten und Gefahren dieser Landschaft.

Mühsam war es auch, aus dem sandigen Grund einen fruchtbaren Ackerboden zu machen. Das gelang durch das seit dem 10. Jahrhundert erfolgte Auftragen viehgedüngter Heide- und Grassoden (Plaggen) auf dem nährstoffarmen Untergrund. So entwickelten sich in der Regel humusreiche Kulturböden. Wurde einerseits der Boden verbessert, zerstörte das Plaggen andererseits den Oberboden. Auf den ruinierten Böden konnte sich nur noch baum-arme Heide ausbreiten, die weniger Schweine und Rinder, dafür Schafe und Bienen ernährte.

Noch heute prägen in der Parklandschaft die Wallhecken das Bild. Im Herbst und Winter dienten die Hecken der Landbevölkerung als Rohstofflieferanten. Das Niederholz lieferte Brennstoff, während die Überhälter als Baustoff genutzt wurden. Des Weiteren waren die Wallhecken als Wehranlagen und Gebietsgrenzen von Bedeutung.

Erbe Kulturlandschaft – Was ist zu tun?

Die harte Arbeit von Generationen hat das heutige Landschaftsbild erschaffen. Auch heute ist die Region nach wie vor Veränderungen ausgesetzt. Über den Entstehungsprozess, die Folgen des Wandels hatte und die Bedeutung für die Zukunft gibt die Themeneinheit „Grenzland“ Auskunft.

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