Haarbild zum Andenken an Margareta Rickers, geb. Hartog, die um 1880 aus Stadtlohn-Almsick in die USA auswanderte (Inv. Nr. HM-4424). Foto Kreis Borken
Erinnerungsbild aus echten Haaren

Die neue Dauerausstellung im kult
Themeninsel 1 - "Grenzbegriffe"

Corinna Endlich/Annette Menke │14.04.2016

Der Tradition des Standorts in Vreden folgend geht es auch im kult  zukünftig um klassische Museumsarbeit - kurz gesagt: Sammeln, Bewahren, Forschen und Ausstellen ist wichtig! Die neue Dauerausstellung im kult befasst sich durchgängig mit dem Thema Grenze. Acht Themeneinheiten zeigen die Entwicklung der Grenzregion Westmünsterland / Achterhoek. Verschiedenste Medienstationen werden zusätzlich einen bunten Strauß an Informationen bieten. Themeninsel 1 trägt den Namen „Grenzbegriffe“ und soll die Besucherinnen und Besucher auf das Thema "Grenze" einstimmen.

Die Grenze im kult

Machen sich Wissenschaftler erst einmal auf den Weg, ihr Thema umfassend zu erforschen, scheint die Auswahl an Begriffen schier unendlich zu sein. Das belegt auch das Wort „Grenze“ - grenzenlose Wortschöpfungen, begrenzte Deutungen oder mehrdeutige Eingrenzungen haben wir entdeckt - sie heißen unsere Besucher und Besucherinnen willkommen:

Grenzen setzen – Grenzkontrolle – Schmerzgrenze – grenzenlos – Grenzschutz – Reviergrenze – Grenzverkehr – Eingrenzung – Ausgrenzung – Grenze des guten Geschmacks – Sprachgrenze – grenzwertig – Grenzüberwindung  – Grenzgänger

Eine Grenzerfahrung

Ein Beispiel für die gedankliche Überwindung von Grenzen oder großen Distanzen präsentiert das hier gezeigte Haarbild. Vielfach wurden diese Erinnerungsbilder aus dem Haar von Toten gefertigt. In ihrer Entstehungszeit zwischen 1850 und 1920 war das Bewahren eines authentischen Andenkens an geliebte Verwandte ein besonderes Glück. Familienfotos waren zu jener Zeit ja noch nicht vorrätig, und ein Gemälde war nur selten vorhanden.

Auch vom Haupthaar lebender Angehöriger fertigte man Haarbilder an und pflegte damit eine reliquienhafte Erinnerungskultur. Zudem wurden kunstvolle Haararbeiten zum Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit respektive als Liebesgaben verschenkt zu zahlreichen Anlässen wie etwa Verlobungen, Hochzeiten oder Klostereintritten.

Als Haarkünstler betätigten sich Perückenmacher, Barbiere, Nonnen, Näherinnen oder künstlerisch begabte Frauen, die sich etwas dazuverdienen wollten. Haararbeiten sind gewoben, geflochten oder geklöppelt.

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