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Flyer

Mit Degen und Kanonen:
Lebendige Geschichtsvermittlung oder das „Nachstellen“ von Historie
Internationaler Kongress  am Samstag, 13. Mai im kult

Flemming N. Feß M.A.│28.04.2017

Wie lässt sich Geschichte vermitteln?
Wie werden historische Zusammenhänge verständlich? Kann Geschichte lebendig erfahrbar gemacht werden, obwohl die Geschehnisse längst vergangen sind? Die Bandbreite der Methoden zur Vermittlung von historischen Geschehnissen ist groß und reicht von  Erzählungen und Filmen bis hin zu LARP und Reenactment. Doch sind all diese Methoden auch geeignet für eine seriöse und authentische Geschichtsvermittlung? Warum ist Geschichte für Fachleute überhaupt etwas anderes als für Laien? Und lassen sich bei „Rollenspielen“ Hobby und Wissenschaft verbinden?

Zu all diesen Fragen richtet das kult gemeinsam mit der Stichting Grolle Vrij aus Groenlo am Samstag, 13. Mai, von 8:30 bis 17:00 Uhr einen Internationalen historischen Kongress mit dem Titel „Geschichtserlebnis – seriös, authentisch, forschungsrelevant“ im neu entstandenen Kulturzentrum kult in Vreden aus. Denn: Die eigene Geschichte zu kennen, zu verstehen und zu deuten, trägt zur Ausbildung der persönlichen Identität bei.

Schon im vergangenen Jahr konnte gemeinsam mit der Stichting Grolle Vrij aus Groenlo ein grenzüberschreitender Internationaler Kongress in Groenlo durchgeführt werden. Damals ging es dabei um die historische Perspektive der Schlacht um Groenlo 1627 und die Frage, wie Reenactment bei der Erinnerung an solche Ereignisse eingesetzt werden kann. Sie wurde von ca. 150 Gästen aus beiden Ländern besucht, die sich angeregt zu diesem Thema austauschten. Mit der diesjährigen Tagung soll der Austausch fortgesetzt und um neue Sichtweisen ergänzt werden.

Expertinnen und Experten aus Deutschland und den Niederlanden
Renommierte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis in beiden Ländern steuern mit ihren Fachbeiträgen Input, Erfahrungen und Positionen ein, über die gemeinsam diskutiert werden kann – für ein breites Publikum, barrierefrei und niedrigschwellig! Beispielsweise hinterfragt Professor Dr. Wolfgang Hochbruk von der Universität Heidelberg, Professor an der Universität Freiburg und Autor von „Geschichtstheater. Formen der ‚Living History‘. Eine Typologie“ in seinem Vortrag Re-enactment als „eine Selbstermächtigung und (Wieder-)Aneignung von Geschichte“, Julia Kurz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Siegen, und die Spieleentwicklerin Myriel Balzer bringen ihre Forschung zu „LARPs“ – Live-Rollenspielen – als neuer Lernmethode und Form der Vermittlungsarbeit ein, und Dr. Robbert-Jan Adriaansen von der Erasmus Universiteit Rotterdam betreachtet historisches Reenactment als Simulation der Vergangenheit.

Anmeldung noch möglich
Die Teilnahme am Kongress, inklusive Kaffee und Mittagsimbiss, ist kostenlos. Anmeldungen werden noch bis Sonntag, 30. April,  unter kult(at)kreis-borken.de entgegen genommen. Den Flyer zur Tagung finden Sie unter: https://kreis-borken.de/de/kreisverwaltung/aufgaben/kultur/

Auch Kurzentschlossene sind herzlich willkommen! Wer sich spontan zur Teilnahme an der Tagung entscheidet, meldet sich am 13. Mai ab 8.30 Uhr im Tagungsbüro an!


Die Tagung wird gefördert von der Euregio, dem Interreg Deutschland – Nederland, der Gemeente Oost Gelre und der Streekgild.nl. In diesem Jahr wurde diese Veranstaltung zudem im Wettbewerb zur Europawoche 2017 „60 Jahre Römische Verträge“ mit 2.000 Euro prämiert.

Flemming N. Feß betreut im kult die Kulturelle Bildung und Vermittlung.

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