Zwei Schülerinnen schauen sich den Inhalt eines Archivkartons aus dem Rollregal im Magazin genauer an. Foto: Lisa Kannenbrock, Kreis Borken
Zwei Schülerinnen schauen sich den Inhalt eines Archivkartons aus dem Rollregal im Magazin genauer an.
Die Schülerinnen bestaunen Fotos und Quellen im Rahmen des Archivmoduls „Der Erste Weltkrieg im Westmünsterland“. Foto: Lisa Kannenbrock, Kreis Borken
Die Schülerinnen bestaunen Fotos und Quellen im Rahmen des Archivmoduls „Der Erste Weltkrieg im Westmünsterland“.
Gespannt hören die Senioren aus Heek zu, wenn Kreisarchivarin Renate Volks-Kuhlmann über die im Kreisarchiv vorhandenen Quellen erzählt. Foto: Corinna Endlich, Kreis Borken
Gespannt hören die Senioren aus Heek zu, wenn Kreisarchivarin Renate Volks-Kuhlmann über die im Kreisarchiv vorhandenen Quellen erzählt.
Kreisarchivarin Renate Volks-Kuhlmann zeigt den Seniorinnen und Senioren Quellen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Foto: Corinna Endlich, Kreis Borken
Kreisarchivarin Renate Volks-Kuhlmann zeigt den Seniorinnen und Senioren Quellen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Hier sprudelt die Quelle der Vergangenheit

Renate Volks-Kuhlmann | 11.02.2015

Haben Sie Unterlagen zur Geschichte unseres Hauses oder Heimatortes? Wie sah es hier früher aus? Was ist ein Archiv und was verbirgt sich in den vielen hundert Kartons? Mit diesen und ähnlichen Fragestellungen kommen zahlreiche Besucherinnen und Besucher ins Kreisarchiv nach Borken.

Viele haben ein ganz konkretes Anliegen. Wer sich etwas allgemeiner informieren möchte, für den bietet sich die Teilnahme an einer Führung an. Zuletzt waren zum Beispiel die Seniorenunion Heek und die Schülerinnen der Schönstätter Marienschule Borken zu Gast. Nach einer Begrüßung im großen Sitzungssaal des Kreishauses geht es ins Untergeschoss. Wenn sich die schweren Stahltüren öffnen, staunen die Besucherinnen und Besucher immer wieder über die umfangreiche und geordnete Dokumenten- und Quellensammlung.

Die Kreisverwaltung Borken verfügt seit 1978 über ein eigenes Archiv. Ein kleines Team ist dort für die Erfassung, Verzeichnung und Erschließung von Urkunden, Akten, Amtsbüchern, Gesetzessammlungen, Karten, Plänen und anderen – inzwischen auch elektronischen – Schriftstücken zuständig. Das Kreisarchiv Borken gliedert sich in die Bereiche „Verwaltungs- und Zwischenarchiv“ und „Historisches Archiv“ mit den Sammlungen und der Bibliothek.

Rollregale sparen Platz

Das Zwischenarchiv zählt rund 240.000 Akten, die das gesamte Aufgabenspektrum der Kreisverwaltung widerspiegeln. Um Platz zu sparen, sind die Akten in einer großen Rollregalanlage untergebracht. „Herr“ über dieses Aktenreich ist Martin Ehling. Der Verwaltungsangestellte ist verantwortlich für den reibungslosen Betrieb im Zwischenarchiv. Täglich bis zu 50 Aktenanforderungen aus den Fachbereichen der Verwaltung gehen bei ihm ein. Wenn zum Beispiel alte Bauakten benötigt werden, weil ein Haus umgebaut werden soll, schickt Ehling die frühere Baugenehmigung mit einer Aktenförderanlage – vergleichbar einer kleinen Eisenbahn – in die oberen Etagen des Verwaltungsgebäudes. Noch ist es nicht so weit, doch auch hier soll einmal die elektronische Aktenführung das „Papierlose Büro“ einführen. Dann landen alte Unterlagen nicht mehr per Mini-Eisenbahn, sondern per Mausklick auf dem Schreibtisch. 

Aufbewahren für die Ewigkeit

Im Bereich des Historischen Archivs liegt das eigentliche Betätigungsfeld von Renate Volks-Kuhlmann und Dr. Volker Tschuschke. Eine der  wichtigsten Aufgaben ist es, nach Ablauf von gesetzlichen Aufbewahrungsfristen zu bewerten, welche Akten archivwürdig sind und auf Dauer aufbewahrt werden.

Für Forschung und Rechtssicherheit wichtige Dokumente werden gesäubert, in säurefreie Mappen und Kartons umgepackt, mit einem EDV-Programm erschlossen und in einem Findbuch verzeichnet. Diese Quellen stehen dann unter Beachtung von Datenschutz und dem Erhaltungszustand der Dokumente allen Bürgerinnen und Bürgern offen. Ein Service, den auch die Schülerinnen der Schönstätter Marienschule Borken genutzt haben. Im Rahmen des Archivmoduls „Erster Weltkrieg im Westmünsterland“ informierten sie sich über die Auswirkungen des Krieges vor Ort. Die Senioren aus Heek hatten vor allem Freude an den Quellen zur Geschichte von Heek und Nienborg und konnten die Schulgeschichte mit eigenen Erfahrungen mündlich ergänzen.

Das Kreisarchiv Borken ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Besucher sollten sich möglichst vorher per E-Mail, kreisarchiv(at)kreis-borken.de, oder telefonisch unter Tel. 02861/82-1347 anmelden. Führungen durch das Magazin sind für Gruppen auf Anfrage möglich.

Renate Volks-Kuhlmann ist Diplom-Archivarin und als Kreisarchivarin fachlich verantwortlich für die 240.000 Akten und 1.300 laufende Meter Historisches Archivgut im Untergeschoss des Kreishauses.

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