Die über 200 Jahre alte Huningschen Wassermühle im Vredener Stadtpark. Foto: Lisa Kannenbrock, Kreis Borken
Die über 200 Jahre alte Huningschen Wassermühle im Vredener Stadtpark
An bestimmten Sonn-und Feiertagen öffnet die Huningsche Wassermühle für die Besucherinnen und Besucher ihre Tür. Foto: Lisa Kannenbrock, Kreis Borken
An bestimmten Sonn-und Feiertagen öffnet die Huningsche Wassermühle für die Besucherinnen und Besucher ihre Tür.
Die Mitglieder des Möllenkrings kümmern sich um die Pflege und erklären die Funktion der Mühle. Foto: Lisa Kannenbrock, Kreis Borken
Die Mitglieder des Möllenkrings kümmern sich um die Pflege und erklären die Funktion der Mühle.

Vom Korn zum Mehl: Am Pfingstmontag ist Deutscher Mühlentag

Fritz Volmer │21.05.2015

Am 25. Mai 2015 findet wieder der Deutsche Mühlentag statt, veranstaltet von der  Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung sowie der Westfälisch-Lippischen Mühlenvereinigung e.V. aus Münster. Jährlich – am Pfingstmontag – wird dieser besondere Eventtag ausgerichtet, an dem sich der Möllenkring im Heimatverein Vreden erneut beteiligt. Von 10:00 bis 17:30 Uhr steht die Wassermühle an der Berkel im Vredener Stadtpark den Besuchern offen. Die Geschichte der Mühle wird erklärt und der Mahlvorgang und die Mechanik  erläutert. Zudem wird das wohlschmeckende Steinofenbrot zum Verkauf angeboten.

Wechselvolle Geschichte der Huningschen Wassermühle
Als im Jahre 1811 unter Napoleon die Gewerbefreiheit erlassen wurde, nutzte der Zeller Johann Bernhard Huning in Ammeloe die Chance und errichtete am Bach in unmittelbarer Nähe zu seinem Hof eine kleine Wassermühle. Bereits 1812 ging diese mit einem Kornmahlgang in Betrieb. So trat sie in Konkurrenz zur fürstlichen Wassermühle an der Berkel und zur städtischen Windmühle in Vreden. Von 1826 bis November 1838 war die Mühle außer Betrieb. In einem Vertrag mit der Salm-Salmschen Rentkammer verpflichtete sich Johann Bernhard Huning seine Mühle stillzulegen. In diesen 12 Jahren bekam er eine Stilllegungsprämie, d.h. die Steine wurden so behauen, dass sie für das Kornmahlen völlig unbrauchbar wurden. Doch als 1828 in Vreden eine Ledergerberei gegründet wurde, erkannte der unternehmungslustige Bauer Huning seine Chance. Da Huning nur das Mahlen von Getreide und die Umwandlung in eine Öl- oder Grützmühle untersagt worden war, wandelte er seine  Kornmühle in eine Lohmühle um und begann für die Gerberei Eichenlohe zu mahlen. Gleichzeitig kassierte er weiter die Stilllegungsprämie. Wegen zeitweisen Wassermangels konnte jedoch nur unregelmäßig Eichenlohe gemahlen werden. Nach 12 Jahren wurde die Mühle 1838 wieder zur Kornmühle umgerüstet. Um die Jahrhundertwende wurde die Leistung des Mahlgangs durch eine Francis-Turbine erhöht. Bis 1948 verrichtete die Mühle auf dem Hof ihren Dienst. Von da an verfiel sie.

Erwerbung durch den Vredener Heimatverein
Erst 1992 konnte der Vredener Heimatverein die Mühle erwerben und sie im Stadtpark beim Bauernhausmuseum „Früchtinghoff“ an der Berkel wieder aufbauen. Seitdem ist diese einzige funktionstüchtige, bäuerliche Wassermühle im Kreis Borken regelmäßig für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Fritz Volmer ist "Möllenbaas" des Möllenkrings im Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e.V. Die Mitglieder des Möllenkrings kümmern sich um die Pflege der Huningschen Wassermühle im Stadtpark.

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