„Hier wird nicht geschwätzt, sondern angepackt“

NRW-Bauminister Michael Groschek half den ersten Spatenstich für das Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland zu setzen. Foto: Ellen Schlütter, Kreis Borken
NRW-Bauminister Michael Groschek
08.01.2015

NRW-Bauminister Michael Groschek hatte beim ersten Spatenstich für das Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland gleich zwei wichtige Aufgaben: Draußen auf der Baustelle zupacken und drinnen die Torte anschneiden, die Konditorin Rita Effing-Terhaar für diesen Tag produziert hatte. Wir haben die Gelegenheit für ein kurzes Interview genutzt.

Herr Groschek, wie viel Erfahrung haben Sie mit Spaten oder Schüppe?

Spatenstiche haben zwar nachgelassen im Straßenbau, weil das bei Reparaturen nicht so ganz sinnfällig ist, aber bei Regionale-Projekten wird das  zunehmend mehr, vor allem weil jetzt die Endspurtphase kommt. Ansonsten habe ich privat Erfahrungen. Ich habe schon mit 15,16 Jahren im Feuerungsbau gearbeitet. Da war die Schüppe dann sehr handfest im Einsatz.

Sie sind jetzt öfter im Westmünsterland unterwegs. Welchen Eindruck haben Sie? Wie tickt diese Region?

Ich finde die Region fürchterlich spannend, weil hier eine Mentalität ist, die im positivsten Sinn dem klassischen Ruhrgebiet nahe kommt. Hier wird nicht viel gesabbelt, geschwätzt, sondern hier wird angepackt. Hier weiß man warum man arbeitet und was das Ziel ist. Ich finde toll, wie sich hier Kooperationen ganz selbstverständlich einstellen, wie man im Kreis, aber auch kreisübergreifend miteinander ins „Geschäft“ kommt und wie Offizielle und Bürgerinnen und Bürger, also Ehrenamt und Hauptamt, kooperieren. Und diese Kooperation ist der eigentliche nachhaltige Gewinn. Wir können mit der Regionalen selbst viele Zeichen setzen, städtebauliche Zeichen, Gebäudezeichen. Mit Leben füllen können diese Gebäude aber nur die Bürgerinnen und Bürger. Ich bin sehr optimistisch, dass das hier gelingt, weil die Menschen eben diese Mentalität haben.

Was macht für Sie den Reiz des Projektes Kulturhistorisches Zentrum Westmünsterland aus?

Vor allem die ganz unterschiedlichen Kooperationen, die hier stattfinden: zwischen Kreis und Stadt, Bürgerinnen und Bürgern und Hauptamt, den verschiedenen Sparten. Man hat hier den Mut gehabt zu sagen, es muss nicht die Kreisstadt sein, sondern Vreden ist der richtige Ort. Hier sind Museum, Landeskundliches Institut und die beiden Archive gut untergebracht, weil sie zusammen mit einem neuen Gebäude ein offenes Haus der Kultur und ein Haus der Geschichte sind. Dieses Haus der Geschichte wird Strahlkraft und Identität für viele Münsterländer bieten und das ist gut.

Was wünschen Sie jetzt für die Bauphase?

Natürlich unfallfreies Bauen und das hier in starkes Stück Heimat wächst, denn ich glaube, dass die Menschen nicht nur ein Recht, sondern auch Sehnsucht nach Heimat vor der Haustür haben. Und das ist ein starkes Stück Heimat, das hier entsteht.


Das Interview führte Andrea Hertleif aus der Abteilung Kultur- und Heimatpflege des Kreises Borken. Diese wird zukünftig ein Teil des Kulturhistorischen Zentrums sein.

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