Perspektivische Ansicht, 1. Obergeschoss, Themeninsel 3
Blick in die Ausstellung
Perspektivische Ansicht, 1. Obergeschoss, Themeninsel 3
Blick in die Ausstellung
Perspektivische Aufsicht Obergeschoss 1
Blick von oben auf die Ausstellung
Perspektivische Aufsicht Obergeschoss 2
Blick von oben auf die Ausstellung

Über alle Grenzen …
Beginn der monatlichen Reihe zur Vorstellung der neuen Dauerausstellung

Corinna Endlich│09.03.2016

Nicht nur der Bau schreitet voran, auch die inhaltliche Ausgestaltung des zukünftigen „kult“. Um einen kleinen Vorgeschmack zu geben, gibt es an dieser Stelle ab sofort kleine Appetithappen aus der neuen Dauerausstellung. Insgesamt besteht die Ausstellung aus acht Themeninseln. Doch, erst einmal zum Anfang!

Trennscharf und doch unklar!
Grenzen trennen Staaten und Kontinente. Grenzen sind politisch und sind Bestandteil von Gesetzen und Religionen. Grenzen schaffen Orientierung und bieten Koordinaten und Bezugspunkte. Grenzen sind natürlich gewachsen oder künstlich gezogen. Grenzen bestehen im Denken und Handeln des Menschen; sie bedienen Vorurteile oder fordern heraus zum Anders-Sein, zum Grenzen durchbrechen. Kurz: Grenzen sind vielschichtig und der Begriff für sich weckt Erwartungen und verspricht grenzüberschreitende Perspektiven.

Leitthema „Grenze“
„Grenze“ ist das Leitthema der neuen Dauerausstellung im „kult“. Emotional, philosophisch, unterhaltsam – mit den vielfältigsten Grenzbegriffen führt die Ausstellung in den Rundgang ein. Wissenschaftlich genau und scharf umrissen spiegeln ausgewählte Objekte wie Händlerwagen, Uniformen und  Altäre das Leben der Menschen in diesem „Durchgangsgebiet“ wider; zwischen Handel und Verkehr, Schmuggel und Gesetz, Glaube und Religion, Globalisierung und regionaler Identität sowie gestern und heute.

Die einzelnen Themeninseln wie z. B. Konfessionsgrenze oder Grenzkonflikte, die unscharf voneinander abgegrenzt den roten Faden der Ausstellung nachzeichnen, heben die unverwechselbaren Charakteristika dieses Grenzraums hervor.
Nicht zuletzt belegen die zahlreichen Originalexponate die Entwicklung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Lebens- und Arbeitswelt der Menschen im Westmünsterland und in der Region Achterhoek.

Vredener Damenstift
Mit der Darstellung des adeligen Damenstifts zu Vreden betont die Ausstellung nicht nur das Alleinstellungsmerkmal dieses einzigartigen Komplexes, sondern unterstreicht die Wahrnehmung von Grenzen in der Gesellschaft. Hier steht statt Baugeschichte und Alltagsgeschehen die Abgrenzung der Immunität der Stiftsdamen zur weltlich-städtischen Umgebung im Vordergrund. Die damalige Immunitätsgrenze verläuft direkt mitten durch das „kult“-Gebäude.

Der Grenzort
Klar definiert an der Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden bezieht der Standort des zukünftigen „kult“ in Vreden zudem eine kleinräumliche Grenze mit ein: die alte Stadtgrenze an Stadtgraben und Butenwall.

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