Hans de Beukelaer und Elisabeth Büning unterzeichnen den Depositalvertrag. Foto Lisa Kannenbrock, Kreis Borken
Vertragsunterzeichnung
Henk Krosenbrink. Foto: Theo Kock, de Stentor
Henk Krosenbrink

„Wie schrif, die blief“
Dauerleihgabe des Archivs des Heimat- und Geschichtsforschers Henk Krosenbrink an das „kult“

Renate Volks-Kuhlmann│21.03.2016

Mit über 80 Jahren starb Henk Krosenbrink im Juni 2015 in seiner Heimatstadt Winterswijk. Neben seinem Leben als Lehrer, Schriftsteller, Redakteur des Regionalen Rundfunks, Geschichtsforscher, Leiter des Staring-Instituts bleibt er den Menschen vor allem als Motor des deutsch-niederländischen Kulturaustausches in Erinnerung. Gemäß der Devise „Wie schrif, die blief“(„Wer schreibt, der bleibt“) hat er Zeit seines Lebens Gedanken, Forschungen und Ideen in Aufsätzen, Gedichten, Hörspielen, (Heimat-)Romanen und Zeitungsartikeln verfasst und auch veröffentlicht. Nun ist das Archiv als Dauerleihgabe an das „kult“ übergeben worden.

Jugend im Weltkrieg
Mit 16 Jahren wurde er gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen zu Schanzarbeiten verpflichtet. „Infolgedessen habe ich mich mit 16 Jahren zusammen mit meinem Bruder, einem siebzehnjährigen Freund und dessen Bruder, ebenfalls aus der Nachbarschaft, gemeldet….Am späten Samstagnachtmittag, den 28. Oktober, fuhren wir auf unseren Fahrrädern in einer Kolonne über die Grenze nach Oeding, wo wir am Abend und in der Nacht in einer Schule untergebracht wurden. Wir waren alle gespannt, wohin die Reise gehen sollte. Für uns Jungen war das Ganze auch ein Abenteuer, denn wir waren zum ersten Mal in Deutschland. Wir schliefen auf Stroh, zugedeckt mit eine Wolldecke.“

Mit der Idee der Nachhaltigkeit
Bereits zu Lebzeiten war ihm eine nachhaltige Zugänglichkeit zu seinen Ideen und Gedanken sehr wichtig. Er suchte nach dem richtigen Platz für Archiv und Bibliothek. Bereits im November 2014 besuchte er die Kulturabteilung der Kreisverwaltung Borken, um  eine mögliche Übernahme durch das künftige „kult“ vorzubereiten. Zudem gründete er die Henk-Krosenbrink-Stiftung mit dem Vorhaben durch Einkünfte aus Buchverkäufen Aktivitäten und Veröffentlichungen zu finanzieren.  

Nun ist das Archiv als Dauerleihgabe zu treuen „Händen des kult“ gegangen. Am 11. Februar 2016 trafen sich Hans de Beukelaer, Minus Jentink und Henk Keurentjes von der Henk-Krosenbrink-Stiftung sowie Elisabeth Büning vom Kreis Borken, um einen entsprechenden Depositalvertrag zu unterzeichnen. Auch der frühere Leiter der Kreiskulturabteilung Günther Inhester sowie Kreisarchivarin Renate Volks-Kuhlmann und Dr. Volker Tschuschke vom Landeskundlichen Institut Westmünsterland waren bei der Vertragsunterzeichnung anwesend.

Vertragsinhalt
Der Vertrag hält die Übertragung des von Henk Krosenbrink zusammen getragenen Archivs  als Dauerleihgabe (Depositum) an das „kult“ fest – für zunächst zehn Jahre. Der Kreis Borken übernimmt dafür die Pflege, Erschließung und Unterhaltung der Sammlung. Nach Ablauf von fünfundzwanzig Jahren geht das Archiv in das Eigentum des Kreises Borken über.
 
Den Freunden und Wegbegleitern sowie den Kindern Erik, Gert und Harmke Krosenbrink  war die Freude darüber, den Wunsch ihres Freundes bzw. Vaters erfüllen zu können, deutlich anzumerken.

Für die Kreisarchivarin des Kreises Borken, die sich sonst vor allem um amtliches Archivgut oder Behördenschriftgut kümmert, geben diese Quellen eine ganz persönliche Sicht auf die Kriegszeit, den Wiederbeginn des demokratischen Lebens beiderseits der Grenze und die vielfältigen kulturellen Kontakte und Veranstaltungen im Achterhoek sowie im Westmünsterland. Nun gilt es aber zunächst, diesen rund 15 Umzugskartons umfassenden Nachlass zu erschließen und aufzuarbeiten, damit viele Besucherinnen und Besucher die Bücher und Quellen nutzen können.


Renate Volks-Kuhlmann freut sich, dass im neuen „kult“ durch den Krosenbrink-Nachlass, auch die niederländische Sicht mit einem umfangreichen Buchbestand und Quellenbestand vertreten sein wird.

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