Berliner Verbau: Stahlträger und Holzbohlen sorgen dafür, dass kein Erdreich in die Baugrube rutscht. Foto: Günter Tillack, Kreis Borken
Berliner Verbau: Stahlträger und Holzbohlen sorgen dafür, dass kein Erdreich in die Baugrube rutscht.
Klinker und Eternitschiefer ade: An der Fassade ist schon intensiv geknabbert worden. Foto: Günter Tillack, Kreis Borken
Klinker und Eternitschiefer ade: An der Fassade ist schon intensiv geknabbert worden.
Stück für Stück geht es in die Tiefe. Foto: Günter Tillack, Kreis Borken
Stück für Stück geht es in die Tiefe.
Alles muss raus: Fliesen, Fenster und vieles mehr. Foto: Günter Tillack, Kreis Borken
Alles muss raus: Fliesen, Fenster und vieles mehr.
Ein Laufsteg für den Bagger: Stück für Stück wachsen Baugrube und Verbau. Foto: Hubert Stroetmann
Ein Laufsteg für den Bagger: Stück für Stück wachsen Baugrube und Verbau.

Ein Gebäude wechselt die Kleider

Andrea Hertleif ǀ 18.02.2015

Wenn der Frühling kommt, wechseln viele Tiere ihr Kleid und tauschen Winter- gegen Sommerfell. Ein bisschen so ist das momentan auch beim Hamaland-Museum in Vreden. Zahlreiche Bautrupps und schweres Gerät knabbern an der Fassade und im Inneren.

Auch wer bei den jahrelangen Planungen dabei war, ist erstaunt, wie schnell in der Realität dann schließlich Klinkersteine fallen, Toiletten verschwinden und Fensterlöcher klaffen.

Die Baustelle wird aktuell so vorbereitet, dass bald Sanierung und Neubau beginnen können. Das alte Hamaland-Museum wird „entkleidet“, damit dort das Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland gebaut werden kann.

Manche Dinge sind aus der Mode gekommen oder entsprechen nicht mehr den aktuellen energetischen Standards, wie der Eternitschiefer an den Giebeln des Museumsbaus. Er sorgte dafür, dass die kleinen Häuschen aussahen als hätten sie Mützen aufgesetzt. Oder die Fenster. Wo einst lichtdurchflutete Ausstellungsräume waren, sollen demnächst Archivalien aufbewahrt werden – und die mögen es am liebsten schön dunkel.

Es lärmt in der Umzugskabine

Ganz ohne Lärm verläuft so ein Kleiderwechsel natürlich nicht. Der Presslufthammer ist nötig, um alte Fußböden zu entfernen. Und wenn es dem Glasdach über dem alten Eingangsbereich an den Kragen geht, wird es gehörig klirren.

Wie Kraft und Präzision zusammengehen, das ist draußen auf dem Gelände zu sehen, auf dem der Neubau entsteht. Dort schieben Bagger und Bauarbeiter Stahlträger und Holzbohlen in die Erde.

Sie sichern die Baugrube, damit das umliegende Erdreich nicht ins Rutschen gerät. Berliner Verbau heißt diese Methode. Warum? Weil sie erstmals bei Bau der Berliner U-Bahn in den 1930er Jahren zum Einsatz kam.

Andrea Hertleif arbeitet in der Abteilung Kultur- und Heimatpflege des Kreises Borken und damit zukünftig im Kulturhistorischen Zentrum. Zurzeit lernt sie Woche für Woche mehr über die Spielregeln auf einer Baustelle.

 

 

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