Günter Tillack in seinem Büro im dritten Stock des Kreishauses. Die Pläne des Kulturhistorischen Zentrums hat er momentan immer greifbar. Foto: Andrea Hertleif, Kreis Borken
Günter Tillack in seinem Büro.

Ein Auge für alles – Gespräch mit Günter Tillack

Andrea Hertleif | 23.04.2015

Ein Büro voller Pläne, Akten und Fachliteratur im dritten Stock des Kreishauses in Borken: Das ist das Reich von Günter Tillack. Seit 22 Jahren arbeitet der gelernte Bauzeichner und Bautechniker im Kreisbetrieb, also der Facheinheit der Kreisverwaltung, die für Bau und Unterhaltung der kreiseigenen Liegenschaften verantwortlich ist.  Dazu gehört auch das Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland. Günter Tillack ist ganz dicht dran an allem, was sich auf der Baustelle tut. Für www.kulturachse.de hat er einige Fragen beantwortet.

Welche Rolle haben Sie beim Projekt Kulturhistorisches Zentrum?

Ich bin Vertreter des Bauherrn, das bedeutet, dass ich gemeinsam mit den Kollegen viele Dinge im Auge behalten muss. Wenn es zum Beispiel neue Informationen von den Architekten und Fachplanern gibt, werden die hier bearbeitet oder entsprechend weitergegeben. Manchmal sind das ganz praktische Dinge. Heute Morgen mussten wir zum Beispiel noch für den Wasseranschluss auf der Baustelle sorgen. Auch die Abrechnungen der Firmen werden hier kontrolliert. Das geht nicht nur vom Schreibtisch aus. Dafür muss man sehen, was auf der Baustelle vorangeht.

Und gab es in den vergangenen Wochen bereits Überraschungen?

Ganz ohne geht es bei einem solchen Projekt nicht. Gerade wenn man mit alter Bausubstanz zu tun hat, gibt es immer Unwägbarkeiten. Was sich genau hinter einer Wand verbirgt, erfährt man oft erst, wenn man sie öffnet. Die bisherigen Überraschungen waren aber alle gut händelbar.

Worauf muss man bei einem solchen Projekt besonders achten?

Wichtig ist, dass die Termine eingehalten werden und dass darauf hingearbeitet wird. Die Planung und die Bauzeitenpläne müssen passen. Bis jetzt sieht es gut aus. Wir bewegen uns zeitlich und finanziell voll im vorgegebenen Rahmen. Dafür muss man auch ständig im Gespräch bleiben. Vor Ort auf der Baustelle werden die Arbeiten von einem Bauleiter koordiniert. Und jeden Dienstag gibt es eine Besprechung auf der Baustelle, an der auch die Firmen beteiligt sind. Momentan zum Beispiel der Erdbau- und der Rohbauunternehmer. Später werden dann Zimmermann, Dachdecker und weitere Handwerker, die am Bau arbeiten, dazukommen.

Wie steuert man ein solches Projekt, damit es  nicht nur im Zeit-, sondern auch im Kostenplan bleibt?

Ganz entscheidend sind dabei natürlich die Ergebnisse der Ausschreibungen. Wenn die aus dem Rahmen fallen, muss man schauen, wie man noch an der einen oder anderen Schraube drehen kann, um die Kosten zu reduzieren. Dafür ist bei dem Projekt zusätzlich ein externer Kostencontroller an Bord, der Zahlen und Zeiten im Blick hat.

Gibt’s auch eine inhaltliche Schnittmenge, etwas was Sie aus der Geschichte des Westmünsterlandes besonders interessiert?

Ich komme aus der Ecke, genauer gesagt aus Alstätte. Natürlich interessiert einen da schon, wie aus unserer Region das geworden ist, was sie heute ist. Spannend finde ich auch das Gebäude mit seiner Geschichte. Schließlich bauen wir rund um ein Baudenkmal, das ehemalige Armenhaus. Und auch die bisherigen Gebäude des Hamaland-Museums haben einiges zu erzählen.

Worauf freuen Sie sich besonders? Eröffnung oder Bauabnahme?

Es ist jetzt interessant zu sehen, wie der Bau wächst. Und natürlich freue ich mich auf die Eröffnung. Die Bauabnahme macht mir keine allzu großen Sorgen. Schließlich ist die Bauaufsicht, also die Genehmigungsbehörde, ständig mit im Boot.

 

Das Interview führte Andrea Hertleif. Sie koordiniert im Team des Kulturhistorischen Zentrums den Bereich Kultur- und Heimatpflege.

 

 

 

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