Dipl.-Ing. Architekt Peter Hesse
Peter Hesse
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Kommunikation ist das Wichtigste - Interview mit Dipl.-Ing. Architekt Peter Hesse

Nina Rockrohr ǀ 21.01.2016

Dipl.-Ing. Architekt Peter Hesse vom Architekturbüro Bleckmann und Krys Architekten Münster ist ausführender Architekt beim Großprojekt „kult“. Über seine Arbeit im Zusammenhang mit dem Projekt berichtet er im Interview.
 
Was ist das Reizvolle an dem Projekte „kult“?
Die Schnittstellen zwischen den Altbauten, aus unterschiedlichen Entstehungsjahren (60er Jahre, 40er Jahre, 1970er Jahre, 1980er Jahre) und den Neubauten. Man entdeckt immer wieder Unerwartetes und muss diese „Überraschungen“ auf der Baustelle, direkt vor Ort lösen. Dabei ist ein Zusammenspiel aller Beteiligten absolut notwendig. Bisher klappt all das hervorragend und ich blicke optimistisch in die weiteren Bauphasen. 

Was ist für Sie in diesem Projekt die größte Herausforderung?
Ebenfalls die soeben erwähnten Schnittstellen. Uns ist wichtig, die zu schützenden Bestandsstrukturen weitestgehend zu erhalten, dabei ist Feingefühl und ein behutsamer Umgang mit der Bausubstanz gefordert. Die Verbindung zwischen Alt- und Neubau soll später selbstverständlich sein. Sowohl in der Fassade, als auch im Innenraum.

Von Überraschungen bei einem solchen Großprojekt haben Sie schon gesprochen; was gehört dazu?
Interessant war vor allem, während des Abrisses, welche Bausubstanzen zum Vorschein kamen. Die unterschiedlichen historischen Bauweisen sind zwar in Lehrbüchern in der Theorie  beschrieben, doch diese in der Realität zu entdecken und damit zu arbeiten, ist tatsächlich eine „überraschende Herausforderung“!
 
Was gehört zu einer guten Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren, die beteiligt sind?
Am Wichtigsten ist die Kommunikation mit allen Beteiligten. Gleich danach kommt, zu gleichen Teilen, Fairness und Ehrlichkeit. Ausdauer und gute Laune auf der Baustelle sind dabei jedoch ebenfalls eine Grundvoraussetzung.

Was wünschen Sie sich für die restliche Bauphase?
Natürlich einen reibungslosen Ablauf und ein perfektes Zusammenspiel der Firmen, was schlussendlich zu einem überragenden Ergebnis und einer termingerechten Übergabe an den Bauherrn führt.


Das Büro wurde 1999 von Dipl.-Ing. Eva Bleckmann und Dipl.-Ing. Andreas Krys gegründet und zählt inzwischen insgesamt 13 Mitarbeiter. Für jedes Bauvorhaben werden spezifische Projektteams zusammengestellt, wobei vier Projektleiter die Teams koordinieren. Der Arbeitsablauf des Kulturhistorischen Zentrums ist jedoch etwas anders. Die Arbeitsgemeinschaft mit Pool Leber Architekten weist eine klare Aufgabenverteilung auf. In München entstehen die Zeichnungen und Details, vor Ort koordiniert Peter Hesse die Arbeitsabläufe auf der Baustelle, in Münster werden alle übrigen Arbeiten der Leistungsphase sechs bis neun von ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen ausgeführt.


Das Interview führte Nina Rockrohr, die im „kult“-Team für die Kulturelle Bildung zuständig ist.

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