Ein Porträt mal anders – zusammengesetzt aus vielen kleinen Motiven erschließt es sich erst mit dem gewissen Abstand. Foto: Andrea Hertleif, Kreis Borken
Ein Porträt mal anders – zusammengesetzt aus vielen kleinen Motiven erschließt es sich erst mit dem gewissen Abstand.
Vielfalt „Grafik“ – soweit das Auge reicht! Foto: Andrea Hertleif, Kreis Borken
Vielfalt „Grafik“ – soweit das Auge reicht!
Auch das Thema Architektur wurde abwechslungsreich in der Kunst verarbeitet. Foto: Antonius Böing, Kreis Borken
Auch das Thema Architektur wurde abwechslungsreich in der Kunst verarbeitet.
Der Blick über die Schulter einer Künstlerin. Foto: Andrea Hertleif, Kreis Borken
Der Blick über die Schulter einer Künstlerin.

Albrecht Dürer hätte sich wohl gefühlt …

Corinna Endlich | 12.03.2015

… auf der Grafikbörse am vorletzten Wochenende in Borken. Und das nicht nur, weil sein Feldhase oder sein Rhinozeros den „Zoo“ der qualitäts- und anspruchsvollen Kunstwerke bereichert hätten, sondern auch, weil er die Deutsch-Niederländische Kooperation sehr zu schätzen gewusst hätte. War er doch selbst immer wieder Gast bei unseren Nachbarn, um sich von Landschaften inspirieren zu lassen oder den Austausch mit Künstlern zu suchen.

Für eine breit gefächerte Motivvielfalt und einen anregenden Dialog mussten Besucher und Künstler in den Tagen vom 27. Februar bis zum 01. März nicht in die Vergangenheit reisen, denn von der Radierung über den Foto-Digitaldruck bis hin zu Zeichnung und Lithografie bot dieses einzigartige Kunstforum wirklich alles aus dem Grafikoeuvre.

Feine Linien – große Flächen – in Farbe und schwarz-weiß
Kunstliebhaber, die das Außergewöhnliche für ihre Sammlung suchten, wurden ebenso fündig, wie die Briefe-Schreiberin, die ihren persönlichen Gruß gern traditionell durch eine Postkarte verschickt. Das Spektrum an grafischen Arbeiten war breit gefächert.

Woran das Auge dann wirklich beim Schlendern durch die Tischreihen und vorbei an Stellwänden hängen blieb, war eine Frage des persönlichen Geschmacks – manchmal war es die Technik, die begeisterte, manchmal war es die Kleinteiligkeit oder Detailgenauigkeit, mit der ein Motiv umgesetzt wurde.

„Bilder“ drucken – wie funktioniert das?
Der Umgang mit scharfen Werkzeugen und kantigen Messern dürfte so manchem aus dem Kunstunterricht bekannt vorkommen: So wurden Bäume, das geliebte Haustier oder abstrakte Formen in kleine Platten aus Linol geschnitzt, diese dann mit Farbe eingerollt und auf Papier „abgeklatscht“.

Dass die künstlerischen Fertigkeiten der Aussteller der Grafikbörse bei weitem nicht so trivial sind, wurde am Beispiel der Radierung vorgeführt: Mit einer spitzen Nadel werden feine Linien und Muster in die Oberfläche einer Metallplatte eingeritzt.

Um das Motiv dann auf Papier zu bringen, ist starker Druck nötig; nach dem Aufbringen der Farbe werden Papier und Platte fest aufeinandergepresst durch eine Walze gedreht.

Der Vorteil daran? Wer sich z. B. so wie Albrecht Dürer mit seinen Meisterstichen viel Mühe gibt, kann die Musterplatten immer wieder abdrucken und mit seinen Grafiken in Serie gehen.

Corinna Endlich ist Leiterin des Kulturhistorischen Zentrums Westmünsterland und hat in diesem Jahr zum ersten Mal das Kooperationsprojekt „Grafikbörse“ besucht. Fotos: Andrea Hertleif

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