Joseph und eine Niederländerin an der Krippe. Figuren aus der barocken Kastenkrippe der Klosterkirche St. Franziskus in Zwillbrock - Foto: Kreis Borken
Darstellung der Schlacht im Lohner Bruch 1623 - Foto: Kreis Borken
Pestmasken, Orgelfragmente von 1634 - Foto: Kreis Borken

Die neue Dauerausstellung im kult
Themeninsel 6 - Glaubensgrenzen

Annette Menke│21.08.2016

Glaubensgrenzen: Immer aktuell

Oft gehören die Grenzen religiöser Kulturregionen mit politischen Staatsgrenzen zusammen. Doch finden sich auch Glaubensgrenzen, die sich durch Staaten ziehen oder wie ein religiöser „Flickenteppich“ auf einer Karte wirken. Der heute wieder sehr aktuellen Frage nach den Glaubens- und Konfessionsgrenzen, ihrer Entstehung und ihren Konsequenzen wird in der neuen Dauerausstellung des kult ebenfalls nachgespürt.

Mit Gewalt bekehrt

Die Christianisierung unserer Region erfolgte alles andere als friedlich: Mit dem Schwert wurde den Sachsen das Christentum aufgenötigt. Im Kampf gegen die nach Osten vorrückenden Franken war das Sax, ein einschneidiges kurzes Schwert, die beliebteste Waffe.

Von Gewalt geprägt waren auch das 16. und beginnende 17. Jahrhundert, als die protestantische Reformation das römisch-katholische Europa erschütterte.

Aus dem Streit um den „richtigen“ Glauben wurde schnell ein Grund für einen Krieg, der 30 Jahre dauern sollte. Die Schlacht im Lohner Bruch bei Stadtlohn legt beredtes Zeugnis von den Grausamkeiten dieser Zeit ab.

Heimlichkeiten

Mit dem Ende dieses Krieges wurden die Niederlande 1648 ein eigener Staat mit einer protestantisch reformierten Kirche. Fortan durften dort Katholiken ihren Glauben nicht mehr öffentlich zeigen.

Die Staatsgrenze war damit auch zur Glaubensgrenze geworden mit dem Ergebnis, dass katholische Messen, Taufen und Hochzeiten nur heimlich stattfinden konnten.

Zeuge solcher verbotenen Messen ist ein Altarschrank, der sich bei drohender Entdeckung als ein ganz normaler Wäscheschrank darstellte.

 

 

 

 

 

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