Wichtige Nummer: die Inventarnummer eines Exponats. Foto: Detlef Schmäing, Kreis Borken.
Die Inventarnummer eines Exponats
Nach dem Umzug ins Außenlager: die Exponate lagern in Kartons und warten darauf digital erfasst zu werden. Foto: Detlef Schmäing, Kreis Borken.
Die Exponate lagern in Kartons und warten darauf digital erfasst zu werden.
Die Pflege des Objektbestandes gehört zur grundlegenden Museumsarbeit. Foto: Detlef Schmäing, Kreis Borken.
Die Pflege des Objektbestandes gehört zur grundlegenden Museumsarbeit.

Von wegen Urlaub – von der Museumarbeit ohne Museum

Bärbel Bomkamp/Detlef Schmäing ǀ 15.04.2015

Keine Fragen sind uns im Vorfeld zum Aus- bzw. Umzug des Hamaland-Museums öfter gestellt worden: „Haben Sie jetzt ein ganzes Jahr Urlaub? Oder gehen Sie in ein anderes Museum? Arbeiten Sie für die Zeit des Umbaus in Borken?“ All diese Vermutungen konnten wir mit einem klaren „Nein“ beantworten.

Wir sind weiterhin in Vreden  und machen jetzt grundlegende Museumsarbeit: Wir pflegen unseren Objektbestand. Der komplette Altbestand (ca. 8000 Objekte) wird digitalisiert bzw. digital verzeichnet. Dafür muss jedes Objekt zunächst fotografiert werden. Das Foto und alle dazugehörigen Angaben, wie Bezeichnung, Beschreibung, Länge, Breite, Höhe, Gewicht, Zustand des Objektes, Angaben zum Vorbesitzer sowie die Geschichte hinter dem Objekt (wenn man sie kennt), werden dann in ein spezielles Computerprogramm eingegeben. So erhält jedes Objekt eine Art „Personalausweis“ und ist damit unverwechselbar.

Wichtige „Detektivarbeit“

Alle Exponate des Altbestandes haben eine Inventarnummer (oder sie sollten eine Inventarnummer haben). Durch den Umzug oder andere Umstände ist diese Nummer oftmals nicht mehr am Objekt. In solchen Fällen beginnt für uns eine sehr aufwendige „Detektivarbeit“. Bücher oder Schlagwortdateien werden durchforstet, um die richtige Nummer dem Objekt wieder zuzuordnen.

Was sich auf den ersten Blick vielleicht sehr eintönig und langweilig anhört, ist eine hoch spannende und wichtige Aufgabe. Ein nicht zu identifizierendes Objekt hat für das Museum keine Aussagekraft. Der Gegenstand ist immer nur so wertvoll und wichtig, wie die Informationen, die er in sich trägt. Und manches Ding enthüllt erst bei näherem Nachforschen seinen Zweck und seine Geschichte.

Bei allem Spaß, den wir an dieser Arbeit haben, freuen wir uns dennoch auf Einsätze bei Führungen mit Schulklassen und Gruppen in unserer Hofanlage oder Aktionen rund um den Neubau des Kulturhistorischen Zentrums. Der Kontakt zu unseren Besucherinnen und Besuchern ist etwas, das wir wirklich vermissen. In diesem Sinne: „Wir sehen uns – spätestens Ende 2016!“

Bärbel Bomkamp und Detlef Schmäing sind echte Urgesteine aus dem Team des Hamaland-Museum. Mit vereinten Kräften haben sie den Umzug ins Außenlager gestemmt und stecken jetzt schon in den Vorbereitungen für den Einzug ins neue Haus im kommenden Jahr.

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